Die Ortschaft Kay bestand früher im Wesentlichen aus der Kirche St. Martin, den großen Vierseit-Höfen, der Schmiede und etwas abgelegen dem Pfarrdorf. Neben einigen Zuhäusern kamen später dann das Schulhaus, der Wirt (heute Stockhammer) und weitere kleine Anwesen. Südwestlich der Schreinerei Bleibinger wurden dann in den 20iger Jahren verschiedene kleine Häuschen errichtet. Erst nach dem 2. Weltkrieg kamen die nördlich der Ortschaft gelegenen Siedlungen hinzu. Eines der kleinen Häuschen war das Auer-Haus in der St.-Ulrich-Str. 15.
Kategorie: Kay Ortschaft
Die Schule in Kay von 1900 bis 1978
Die Schule wird jetzt Volkshauptschule genannt. Bereits 1902 musste die Schule in Kay erneut um einen neuen Schulsaal und eine Hilfslehrerwohnung erweitert werden. Die Baukosten summierten sich auf insgesamt 17.000 Mark. Ein 8. Schuljahr in den bayerischen Volksschulen wurde jetzt v.a. in den Großstädten eingeführt. Eine Pflicht hierzu bestand jedoch nicht, man überlies dies den einzelnen Gemeinden. In der Gemeinde Kay galten weiterhin nur 7 Pflichtschuljahre (bis 1938).
Im Jahr 1908 wird erstmalig auch eine weibliche Lehrerin genannt - die Aushilfslehrerin Fräulein Marie Roiger (Schuldienstexspektantin) aus Windorf bei Vilshofen. Sie wird von München nach Kay versetzt.
Die Schule in Kay bis 1900
Bereits seit dem Mittelalter gehörte die Bildung der Jugend zu den zentralen Aufgaben kirchlicher Einrichtungen (1). In der Stadt Salzburg bestand seit der Zeit Ruperts eine Klosterschule, später kam eine Domschule hinzu. Mit der Zeit entstanden in den Städten und Klöstern des Landes weitere Schulen, in denen sowohl auf Latein als auch auf Deutsch unterrichtet wurde (2).
Lateinschulen wurden bereits 1525 in der Salzburger Landesordnung gefordert. Für die ländliche Bevölkerung gewann das Schulwesen jedoch erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts an Bedeutung. Einen wichtigen Impuls gaben die Reformen und Beschlüsse der Salzburger Provinzialsynode im Jahr 1569, deren Umsetzung allerdings nur schleppend vorankam.
Kay – Wie alles begann!
War es ein Ritter der sich in Kay niederlies?
Die Besiedlung des Gebietes rund um Kay und Tittmoning reicht schon früh zurück. Die ersten Erwähnungen finden sich in den Traditionsbüchern (Urbare) der Klöster Baumburg und Raitenhaslach.
Römischer Grabstein in Friedhofsmauer
Im Jahr 1915 wurde in der Friedhofmauer von Kay ein römischer Grabaltar entdeckt. Er besteht aus hellbraunem Kalkstein vom Untersberg. Das obere aufgefundene Fragment hat eine Höhe von 71cm, eine Gesimsauslage von 64cm und eine Tiefe von 44cm. Er ist aktuell im Museum in Tittmoning aufbewahrt.
Das Schneiderhäusl in Kay
Das Schneiderhäusel hat seinen Namen von Schneidermeister Joseph Amann, der das Gütl im Jahr 1876 kaufte und dort eine Schneiderei einrichtete. Schon seine Vorfahren betrieben das Schneiderhandwerk. Der älteste bekannte Vorfahre ist Phillip Bramel (Prambl) aus Tyrlaching (1). Sein Sohn Bartholomeus Bramel war ebenfalls Schneidermeister, er heiratet 1759 Maria Hofbauer. Ihre Eltern waren Andreas Hofbauer und Magdalena Hofbauer aus Asten (Urbatschgütl)(5). Gemäß dem Taufbucheintrag ihres Sohns Simon Bramel (2) waren sie in Kay ansässig.
Simon Bramel (Prambl, *1762) erlernte ebenfalls das Schneiderhandwerk und verheiratete sich 1785 mit Elisabeth Schweiger aus Tettenhausen, die aber schon im Jahr 1788 verstarb. Simon Bramel, der in Salling wohnte und wohl auch eine Werktstatt dort hatte, heiratete dann im Jahr 1790 die Zimmermannstochter Elisabeth Feichtner aus Tittmoning. Ihre Tochter Theres Bramel verehelichte sich 1831 mit dem Schneidermeistersohn Pankraz Baderhuber (*1800) aus Tyrlaching. Pankratz Baderhuber war viele Jahre Hochzeitslader (Progader) und Bruderschaftsdiener in Kay und bei den hiesigen Einwohnern sehr angesehen.
Warum heißt der Schusterberg in Kay Schusterberg
Der Name Schusterberg ist vermutlich mit der Geschichte des Hauses in der St.-Ulrich-Str. 4 eng verknüpft. Es liegt etwa 150 m außerhalb des Dorfes und ist über einen Feldweg parallel zur Straße (Hohlweg) nach Salling zu erreichen. Das Haus war früher als Schusterhäusl bekannt, weil der Bauherr, Matthäus Blüml dort seine Schusterwerkstatt hatte. Er wurde 1901 als Sohn des Gütlers Johann Blüml und seiner Frau Theres, geb. Konrad, Gütlerstochter aus Mühlham, Wohnort Ausang N. 22 ¼ geboren. Er heiratete 1926 Martha Spiegelsberger aus Unterschnitzing, starb aber schon 1935 oder 1936. Martha heiratet in zweiter Ehe Georg Tischler aus Kay, der ebenfalls von Beruf Schuster war und dort jahrelang wohnte.
Das Marterl am Schusterberg
Der Bildstock am Schusterberg in Kay ist eines der ältesten Kulturdenkmäler von Kay. Es steht unmittelbar an der St.-Ulrich-Str. am oberen Ende des Hohlweges von Kay nach Salling. Der Straßenname erinnert an die Filialkirche St. Ulrich von Salling, die wegen Baufälligkeit im Jahr 1788 abgerissen wurde. Das Marterl ist aus Nagelfluh gehauen und ca. 1,7 m hoch. Auf der Ostseite ist die Jahreszahl 1687 eingemeißelt. Sie war 1982 noch gut lesbar, ist aber aufgrund der starken Witterungseinflüsse kaum mehr erkennbar.
Kay um 1960
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