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3. November 2026
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Das Marterl am Schusterberg

By Franz Grüger
Bildstock-Marterl am Schusterberg

Der Bildstock am Schusterberg in Kay ist eines der ältesten Kulturdenkmäler von Kay. Es steht unmittelbar an der St.-Ulrich-Str. am oberen Ende des Hohlweges von Kay nach Salling. Der Straßenname erinnert an die Filialkirche St. Ulrich von Salling, die wegen Baufälligkeit im Jahr 1788 abgerissen wurde. Das Marterl ist aus Nagelfluh gehauen und ca. 1,7 m hoch. Auf der Ostseite ist die Jahreszahl 1687 eingemeißelt. Sie war 1982 noch gut lesbar, ist aber aufgrund der starken Witterungseinflüsse kaum mehr erkennbar.

Nach mündlicher Überlieferung war die Errichtung durch einen Unglücksfall verursacht. Am Aufstellungsort verunglückte die Unterdirn vom Mayer-Bauern in Salling (Moier, heute König) und verstarb an den Folgen (1). Das Unglück geschah an Fronleichnam, am 14.Juni 1687 (Kranzltag). Da die Sterbebücher in der Pfarrei Kay erst ab 1690 geführt wurden, gibt es leider keinen Sterbebucheintrag, der mehr Informationen über die verunglückte Magd liefern könnte.

Der Begriff „Unterdirn“ ist historisch und regional geprägt und bezeichnet eine Dienstmagd oder junge Frau auf einem Bauernhof, die eine bestimmte Stellung unter mehreren „Dirnen“ (Mägden) hatte. Auf größeren Höfen gab es mehrere Dienstmädchen, die dann als Großdirn, Mitterdirn und Unterdirn unterschieden wurden, je nach Rang oder Alter. Die Unterdirn war dabei die jüngere oder rangniedrigere Magd.

Nach dem 1. Weltkrieg ließ der vom Mayerhof abstammende Sägewerksbesitzer Franz Glück (+4.05.1945) das Marterl zum Andenken an seinen gefallenen Bruder Josef renovieren (2). Dessen Todesdatum ist mit dem 18.07.1918 und dem Dienstgrad Krankenträger, beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberführsorge angegeben. Er ruht auf der Kriegsgräberstätte in St.-Étienne-à-Arnes im Departement Ardennes in Frankreich.

Nach einem Aufsatz von 1936 waren die auf Blechtafeln aufgemalten Bildnisse, Darstellungen des Heiligen Rupert und SL Deratus, einer Kreuzigungsgruppe sowie eines Soldaten auf dem Schlachtfeld. Die Bilder waren bis Ende der 70iger Jahre schon zur Unkenntlichkeit abgewittert. Hans und Anna König ließen daher das Marterl in den 1980iger Jahren wieder herrichten. Die Nagelfluh-Säule renovierte Steinmetz Georg Huber aus Stetten, die neu gestalteten Bildmotive malten die Familie Fuchs aus Fridolfing (3).

Das an der Ostseite angebrachte Bild des Hl. Ulrichs erinnert wie der Straßenname an die abgebrochene Sallinger Kirche, die dem Heiligen Ulrich geweiht war. Sie ist im Hintergrund abgebildet. Die anderen Darstellungen zeigen die Mutter Maria und eine Kreuzigungsgruppe. Auf dem vierten Bild ist der Heilige Leonhard abgebildet, dem Patron des Viehs. Es nimmt auch Bezug auf die ehemaligen Leonhardi-Wallfahrten in Meggenthal (3). Die Bilder sind seit ihrer letzten Renovierung mittlerweile wieder stark verwittert und dem Verfall preisgegeben.

Literatur und Fußnoten
(1) Fritz Pinzinger. Schätze der Kulturlandschaft, im Pfarrbrief der Pfarrgemeinde Kay,
(2) Fritz Pinzinger. Die Jahreszahl 1687, im Pfarrbrief der Pfarrgemeinde Kay,
(3) Franz Maier (2026). Mündliche Nachricht

Bild: Franz Maier

Bild: Franz Maier

Bild: Franz Maier

Bild: Franz Maier

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