Die Ortschaft Kay bestand früher im Wesentlichen aus der Kirche St. Martin, den großen Vierseit-Höfen, der Schmiede und etwas abgelegen dem Pfarrdorf. Neben einigen Zuhäusern kamen später dann das Schulhaus, der Wirt (heute Stockhammer) und weitere kleine Anwesen. Südwestlich der Schreinerei Bleibinger wurden dann in den 20iger Jahren verschiedene kleine Häuschen errichtet. Erst nach dem 2. Weltkrieg kamen die nördlich der Ortschaft gelegenen Siedlungen hinzu.
Eines der kleinen Häuschen war das Auer-Haus in der St.-Ulrich-Str. 15. Es wurde 1924/25 von Anton Auer (*1894) aus Mühlham und seiner Frau Theres, geborene Zenz (*1891) aus Kugelthal, erbaut. Die Eltern von Anton waren Rupert Auer und Anna Häusl, die von Theres: Mathias Zenz aus Kay und Maria Weindl aus Burghausen.
Anton und Theres heirateten im Mai 1924. Im Trauungsbuch (Kirchenarchiv Kay) sind als Berufe Tagelöhner bzw. Dienstmagd angegeben. Die im Trauungsbuch angegebenen Einträge für die Eltern von Anton stimmen allerdings nicht ganz mit den Informationen der Familie überein. Ihr erstes Kind Elisabeth wurde 1926 bereits im Auer-Haus geboren, dann folgte 1929 der Sohn Anton.
Trotz hohen Alters wurde Anton am Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1944 noch zur Wehrmacht als „Organisationstrupp-Mann“ eingezogen. Bereits am 02.12.1944 fiel Anton Auer im Alter von 50 Jahren beim Rückzug des Deutschen Heeres auf dem Gebiet in Polen.
Die Tochter Elisabeth, verheiratete Trüfo, starb bereits 1977 in Kay. Sohn Anton heiratete 1954 Therese Siglreitmeier aus Krawitt bei Tettenhausen. Er verstarb im Jahr 2021.
Kleine Hausgeschichte
Das kleine Anwesen wurde vor der Geburt von Elisabeth im Jahr 1926, wie damals üblich, in Eigenregie errichtet. An der Hinterseite wurde später ein kleiner Schweinestall für 3 Ferkel zur Selbstversorgung angebaut. 1954/55 kam auf der Vorderseite zur St.-Ulrich-Str. noch der etwas vorgezogene Anbau (Windfang) hinzu. Das Haus erbten die Eheleute Anton und Therese. Sie bauten zu Beginn der 1960iger ein neues Haus in der „neuen“ Siedlung im Stadtfeld.
Nach der Geburt ihrer Tochter im Auer-Haus, zog die Familie im Jahr 1962 in das neue Wohnhaus. Dann verkauften sie das alte Häuschen an einen Tittmoninger. In der Folgezeit wechselten mehrere Eigentümer bis das Haus schließlich in den Besitz der Familie Gramsamer in Ollerding gelangte. Zahlreiche Mieter wohnten und wohnen seitdem in diesem Häusl, das jetzt schon über 100 Jahre alt ist.
