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Die Schlacht von Kay

By Gerhard Huber

Kay/ Zeitungsbericht –  Rosenheimer Anzeiger, 1908 (Originaltext)

Tittmoning, 10. Sept. (Gewalttätigkeiten.) Das sonst so ruhige Pfarrdorf Kay ist sei Beginn der Tauernbahnbaues der Schauplatz roher Gewalttätigkeiten. Am Samstag nachmittags wurde dort, wie bereits kurz gemeldet, eine förmliche Schlacht geliefert, bei der ca. 20 Mann teils schwer, teils leichter verletzt das Schlachtfeld bedeckten. Durch den vorige Woche anhaltenden Regen konnte teilweise nicht gearbeitet werden und da gerade auch Zahltag war, so sammelte sich dort eine größere Anzahl von Arbeitern, darunter auch 40 -50 Kroaten, welche von den deutschen und italienischen Arbeitern aus Nationalhaß überhaupt nicht gerne gelitten sind. Die Kroaten belagerten das dortige Gasthaus, in welchem sich andere Arbeiter befanden und veranlaßten diese zum Herauskommen, indem die Kroaten Steine im Gewichte von über einem Kilo durch die Fenster inst Gastzimmer waren. Als nun die Bedrohten das Gasthaus verließen, wurden sie , wie Augenzeugen berichten, mit einem schrecklichen Steinhagel empfangen, und da sich die Kroaten im Steinwerfen sehr gewandt zeigten, gab es sofort eine größere Anzahl Verweundete. Nun wurden auch beiderseits Messer und Revolver gebraucht. Es sollen über 50 Schüsse gewechselt worden sein. Die Bewohner flüchteten eiligst in die Behausungen und versperrten dieselben; sogar ein Eiskasten der wirtschaft mußte als Panzer gegen die Kugeln und Steine herhalten, und wurde als Versteck benutzt, bis die Schlacht vorüber war. Es bot auch wieder einen komischen Anblick als die Blessierten mit notdürftig verbundenen, blutigen Köpfen oder den Arm in der Schlinge, die Hand verbunden oder auf einem Fuß hüpfend einer nach dem anderen zum Arzt kam, um sich den beschädigten Körperteil wieder reparieren zu lassen. Die Orden für besonder Heldentaten hierbei werden wohl in nächster Zeit in Form ausgiebiger Strafen bei der seinerzeitigen Gerichtsverhandlung verliehen werden. Die Anstifter sind von der Gendamerie ermittelt.. Da weitere Gewalttätigkeiten befürchtet werden, so war am Montag früh 5 Uhr schon die Gendarmerie am Arbeitsplatze: welche eine ausgiebige Konfiszierung von Waffen vornahm und deren Bemühungen es gelang, daß die Arbeit wieder aufgenommen wurde.

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