Die Herkunft des Namens des Hügels nördlich von Kay ist bis heute nicht geklärt. Er klingt geheimnisvoll, und den Erzählungen der Mühlhamer zufolge sollen sich dort Hunnengräber befinden. Tatsächlich gibt es in der näheren Umgebung zahlreiche Hinweise auf eine frühe Besiedlung und eine lange Siedlungsgeschichte. Nicht weit vom Exenberg, bei Alterfing, konnte erst kürzlich eine keltische Siedlung nachgewiesen werden. Unter der Lanzinger Kirche und in deren unmittelbarer Umgebung entdeckte man bereits Mitte des 19. Jahrhunderts bei Renovierungsarbeiten römisches Mauerwerk. Auch südlich des Hügels, nur etwa 500 Meter entfernt, ließen sich die römischen Besatzer zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. nieder. Dort entstand ein großer römischer Gutshof (Villa rustica) mit drei Wohnhäusern und Stallungen. Auf diesem landwirtschaftlichen Anwesen arbeiteten bis zu 40 Menschen.
Die Verstorbenen wurden von den Römern meist etwas abseits der Gutshöfe bestattet. So nutzten sie auch den Exenberg als Begräbnisplatz. Dort entstand eine sogenannte Grabhügelnekropole. Am südlichen Ausläufer des Hügels befindet sich eine Gruppe kleiner Grabhügel mit Durchmessern von 3 bis 12 Metern und einer Höhe von etwa 0,5 Metern. Auf einer Hügelterrasse liegen drei, auf einer zweiten Verebnung weitere 16 Grabhügel. Heute (2026) sind diese kleinen Erhebungen unter dem Altbaumbestand sowie aufgrund der Auflichtung und des zunehmenden Aufwuchses von Gebüschen und Gräsern kaum noch zu erkennen.
Einige der Hügel konnten jedoch in den Jahren 1953 und 1965 geöffnet und untersucht werden. Die dabei gefundenen Grabbeigaben deuten darauf hin, dass hier wahrscheinlich das Gesinde des römischen Gutshofes bestattet wurde. Es ist durchaus denkbar, dass die Besitzer des Anwesens an einer anderen Stelle ihre letzte Ruhestätte fanden. Möglicherweise gehörte auch der Grabstein, der 1915 in der Friedhofsmauer der Kirche St. Martin entdeckt wurde, zu diesem Bestattungsplatz.
Bei den Ausgrabungen fand man unter einer Schüttung eine kreuzförmige Steinpackung. Darunter befanden sich in runden oder ovalen Mulden Leichenbrand, Holzkohlestücke, verschmolzene Glasreste, Eisennägel und Scherben von Terra-Sigillata-Gefäßen. In einem der Hügel kam ein Aschebehältnis aus Kalktuff mit den Maßen 38 × 31 × 16 cm zum Vorschein. Bruchstücke von zwei Sigillatatellern konnten in das dritte Viertel des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert werden. In einem weiteren Grab entdeckte man Scherben von brandgeröteten Graphittongefäßen, wie sie für die mittlere und späte Latènezeit, also die jüngeren Abschnitte der keltischen Epoche, typisch sind. Dieser Fund bestärkt die Vermutung, dass der Exenberg bereits in keltischer Zeit als Bestattungsplatz diente.
Darüber hinaus fand man in einem Grab, das in die Zeit um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n. Chr. datiert wurde, eine römische Münze des Kaisers Titus Flavius Domitianus (Domitian), der von 81 bis 96 n. Chr. regierte und den vollständigen Herrschertitel Imperator Caesar Domitianus Augustus führte.
Literatur
– Keller, Erwin (1984). Tittmoning in römischer Zeit. Führer zu archäologischen Denkmälern in Bayern – Oberbayern 1


