Kay/ Zeitungsmeldung vom Rosenheimer Anzeiger, 1877
Rosenheim, 23. Nov: Am 16. Nov. Entstand beim Herzogbauer zu Kay bei Tittmoning ein Brand in Folge Heißwerdens der Dreschmaschine. Schnell stand der ganze Stadel in Flammen.
Historische Zeitungsmeldungen
Die gute alte Zeit im nördlichen Rupertiwinkel – oder doch nicht?
Das Zeitungswesen entwickelte sich ab Ende des 18. Jahrhunderts rasant, sowohl im ehemaligen Erzstift Salzburg wie auch in Bayern und allen voran in der Landeshauptstadt München und den Städten. Mit dem stetigen Aufbau des Schulwesens konnten auch auf dem Land immer mehr Menschen lesen und das aufstrebende Postwesen ermöglichte es sich Zeitungen durch die Postboten bringen lassen. Kleine Zeitungen mit Auflagen von 1000 bis 2000 Stück, wie der Tittmoninger Anzeiger versorgten die Bevölkerung mit Meldungen aus aller Welt, aber eben auch mit lokalen Nachrichten.
Zeitungen aus früheren Zeiten sind ein Schaufenster in die Vergangenheit. Neben großen politischen Ereignissen sind sie eine Quelle des lokalen Geschehens. Häufig sind die Meldungen zum Schmunzeln, aber manchmal offenbaren sie auch grausame Verbrechen, die Vorort passierten und längst wieder in Vergessenheit geraten sind. Wenn man auf die Anklagebank kam, dann berichteten die lokalen Zeitungen über das Vergehen und die Übeltäter wurden mit Namen, Wohnort und Beruf genannt. Bewährungsstrafen im heutigen Sinne gab es auch nicht, entweder erhielt man eine Gefängnis- oder eine Geldstrafe.
Einen Datenschutz im heutigen Sinne gab es früher noch nicht. Die Zeitungen wurden aber zensiert und mit hohen Strafen belegt, wenn das Königshaus in München beleidigt oder in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Erst 1872 wurde die allgemeine Zensur abgeschafft.
Glückspiel
Sitzung des kgl. Schöffengerichtes Tittmoning vom 24. August 1886. Verurtheilt wurden: Kaiser Joseph, Gastwirt in Kay, und Heim Juliana
Blaumontagsfeiern und Freisprüche
Riemeier Josef, Mühlgeselle in Mühlham, wegen Balumontagsfeiern zu 6 Tagen Haft verurteilt.