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Die Kanzel in der Pfarrkirche St. Martin in Kay

By Gerhard Huber
Die Kanzel in der Pfarrkirche St. Martin in Kay

Die St. Martin Kirche in Kay ist wahrscheinlich im 15. Jahrhundert entstanden. Man vermutet, dass schon früher eine Kirche im Pfarrdorf bestand, da es schon vor 1300 eine Pfarrei hier gegeben hat. Die Kirchenkanzeln sind erst im 13. Jahrhundert entstanden, als die Predigten in den Kirchen an Bedeutung zunahmen. Die jetzige Kanzel in Kay entstand aber erst im Jahr 1765/66. Ob es vorher schon eine Kanzel gegeben hat, ist nicht überliefert. Die Kanzel wurde von Johann Georg Itzlfeldner entworfen und gebaut. Der bekannte Kirchenkünstler war Bürger der benachbarten Stadt Tittmoning und hatte dort seine Werkstätte.

Die reich verzierte Kanzel ist mit vielen Details versehen und in Teilen grau und rosa marmoriert. Am geschwungenen Kanzelkorb sind zwei Reliefs, rechts ist der hl. Martin, wie er seinen Mantel mit einem Bettler teilt und links das Gleichnis des Sämanns dargestellt. Reich geschmückt und verziert ist auch der Ablauf. Am Wulst erscheinen geflammte Rocaillen und unten sind die Evangelisten zwischen Wolkenkränzen eingefügt. Am oberen Schalldeckel ist das Postament mit vier Volutenbändern und darüber steht die Figur des hl. Martin. Auf den Voluten sitzen vier Putti, die Attribute des Heiligen Martin halten, das Salzfaß, die Fackel und den Kelch. Aufgrund der Ornamentik und dem Figurenschmück ist die Kanzel ein prächtiges Beispiel aus der Zeit des Rokoko.

Literatur
Yvonne E. Schmidt (1996). Die Ausstattung der Baudenkmäler – Kanzeln. Im Heimatbuch des Landkreises Traunstein, VI Kunstgeschichtliche Denkmäler von der Renaisssance bis zur Gegenwart, S. 393-394

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