Das kleine Anwesen zwischen Salling und Kay hat vermutlich eine sehr lange Geschichte. Nach dem Urbar der Zisterzienserabtei Raitenhaslach bestand eine Grundherrschaft über die Mühle bereits im Jahr 1334 (1). Die Besitzungen wurden vom klösterlichen Amt in Mayerhofen verwaltet. Von wem das Kloster den Besitz erhalten hat, ist nicht vermerkt.
Themen

Römischer Grabstein in Friedhofsmauer
Im Jahr 1915 wurde in der Friedhofmauer von Kay ein römischer Grabaltar entdeckt. Er besteht aus hellbraunem Kalkstein vom Untersberg. Das obere aufgefundene Fragment hat eine Höhe von 71cm, eine Gesimsauslage von 64cm und eine Tiefe von 44cm. Er ist aktuell im Museum in Tittmoning aufbewahrt.

Der Brandlhof in Ramsdorf
Der Brandlhof besteht nachweisbar schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich ist er aber schon wesentlich älter. Aufgrund seines historischen Aufbaus wurde das Wohngebäude Mitte der 70iger Jahre abgetragen und beim Freilichtmuseum Glentleiten eingelagert. Dadurch gibt es für den alten Hof eine wissenschaftliche Dokumentation über den Aufbau und ältere Bilder, die vom Besitzer Johann Gierlinger bereitgestellt wurden. Ein Wiederaufbau des Wohnhauses auf der Glentleiten ist derzeit noch nicht geplant.
Der Hausname geht auf den Besitzer Michael Brandl zurück, der seit 1612 den Hof bewirtschaftete.

Das Schneiderhäusl in Kay
Das Schneiderhäusel hat seinen Namen von Schneidermeister Joseph Amann, der das Gütl im Jahr 1876 kaufte und dort eine Schneiderei einrichtete. Schon seine Vorfahren betrieben das Schneiderhandwerk. Der älteste bekannte Vorfahre ist Phillip Bramel (Prambl) aus Tyrlaching (1). Sein Sohn Bartholomeus Bramel war ebenfalls Schneidermeister, er heiratet 1759 Maria Hofbauer. Ihre Eltern waren Andreas Hofbauer und Magdalena Hofbauer aus Asten (Urbatschgütl)(5). Gemäß dem Taufbucheintrag ihres Sohns Simon Bramel (2) waren sie in Kay ansässig.
Simon Bramel (Prambl, *1762) erlernte ebenfalls das Schneiderhandwerk und verheiratete sich 1785 mit Elisabeth Schweiger aus Tettenhausen, die aber schon im Jahr 1788 verstarb. Simon Bramel, der in Salling wohnte und wohl auch eine Werktstatt dort hatte, heiratete dann im Jahr 1790 die Zimmermannstochter Elisabeth Feichtner aus Tittmoning. Ihre Tochter Theres Bramel verehelichte sich 1831 mit dem Schneidermeistersohn Pankraz Baderhuber (*1800) aus Tyrlaching. Pankratz Baderhuber war viele Jahre Hochzeitslader (Progader) und Bruderschaftsdiener in Kay und bei den hiesigen Einwohnern sehr angesehen.
Warum heißt der Schusterberg in Kay Schusterberg
Der Name Schusterberg ist vermutlich mit der Geschichte des Hauses in der St.-Ulrich-Str. 4 eng verknüpft. Es liegt etwa 150 m außerhalb des Dorfes und ist über einen Feldweg parallel zur Straße (Hohlweg) nach Salling zu erreichen. Das Haus war früher als Schusterhäusl bekannt, weil der Bauherr, Matthäus Blüml dort seine Schusterwerkstatt hatte. Er wurde 1901 als Sohn des Gütlers Johann Blüml und seiner Frau Theres, geb. Konrad, Gütlerstochter aus Mühlham, Wohnort Ausang N. 22 ¼ geboren. Er heiratete 1926 Martha Spiegelsberger aus Unterschnitzing, starb aber schon 1935 oder 1936. Martha heiratet in zweiter Ehe Georg Tischler aus Kay, der ebenfalls von Beruf Schuster war und dort jahrelang wohnte.

Das Marterl am Schusterberg
Der Bildstock am Schusterberg in Kay ist eines der ältesten Kulturdenkmäler von Kay. Es steht unmittelbar an der St.-Ulrich-Str. am oberen Ende des Hohlweges von Kay nach Salling. Der Straßenname erinnert an die Filialkirche St. Ulrich von Salling, die wegen Baufälligkeit im Jahr 1788 abgerissen wurde. Das Marterl ist aus Nagelfluh gehauen und ca. 1,7 m hoch. Auf der Ostseite ist die Jahreszahl 1687 eingemeißelt. Sie war 1982 noch gut lesbar, ist aber aufgrund der starken Witterungseinflüsse kaum mehr erkennbar.
