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Meggenthal

16. Dezember 202512. Februar 2026By Gerhard Huber

Im Salzburger Urkundenbuch erscheint der Ort erstmals im Jahr 963. Es wird dort als Mechintal bezeichnet. Die Ortsbezeichnung leitet sich von dem Personennamen Macho und dem Grundwort Tal ab. Die Gegend war aber sicherlich schon vorher besiedelt.

Erzbischof Friedrich I. (958-991) von Salzburg tauschte im Jahr 963 Güter in Hausmoning (bei Kay) gegen Grundbesitz in Meggenthal. Genannt ist in dieser Zeit auch Dietrihi, ein Dienstmann der Salzburger Kirche, der ebenfalls mit dem Salzburger Erzbischof drei Huben und zwölf Joch Land zu Meggenthal gegen Grundbesitz in Lanzing eintauschte. Zeugen waren Graf Otachar, Graf Nordbert (Adelssippe der Sighardinger) und ein Edler namens Pilgrim.
Die Besitzer und Bewirtschafter von Meggenthal schienen im 12. und 13. Jahrhundert angesehene Persönlichkeiten gewesen zu sein, denn sie werden mehrmals zwischen 1151 und 1167 und zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Siegelzeuge genannt. Die Besitzer nennen sich Heinricus de Mechental.
Im Jahr 1372 erbte Ulrich Paumann von seinem Vater umfangreichen Grundbesitz und die Zehentleistungen von Höfen. Dazu gehörte der 2/3 Zehent auf fünf Gütern im nahegelegenen Bergham und der 1/3 Zehent auf einem Gut zu Meggenthal. Die zum Bürgeradel gehörenden Paumanns aus Tittmoning bestimmten von ca. 1340 bis 1571 entscheidend die Geschicke der Stadt. Mehrere Personen aus dieser Familie bekleideten das Amt des Stadtrichters.

Die Pfaffinger hatten ebenfalls Besitz in Meggenthal. 1356 und 1368 verkauften sie Güter an das Rittergeschlecht der Kuchler. Hartneid der Ältere von Kuchl (genannt 1325 bis 1390) verkaufte einige davon bereits 1369 an Erzbischof Pilgrim ll. von Puchheim (1365-1396). Der Meierhof der heute noch unmittelbar neben der Kirche liegt, war damit der erzbischöflichen Hofurbarsverwaltung in Tittmoning unterstellt. Er wurde zugleich mit der Waldaufsicht betraut.
Pankratz Paumann der Ältere (genannt 1445-1467) erhielt 1453 von Erzbischof Sigmund I. von Volkersdorf (1452-1461) ein Drittel der Einkünfte eines Gutes zu Meggenthal. Die erworbenen Zehenteinkünfte gingen danach an Ulrich Truchsäß, einem Vetter des Erzbischofs Leonhard von Keutschach (1495-1519). Pankratz Paumann der Jüngere (genannt 1473—1506) kaufte sie aber im Jahre 1499 wieder zurück. Um 1544 gelangte dann das gesamte erzbischöfliche Lehen der Familie Paumann an das Stift Nonnberg. Anna Paumann, trat 1536 dem Salzburger Benediktinerinnenstift bei und wurde 1552 Äbtissin. Allerdings mussten bei jedem Lehenfall (neue Äbtissin, neuer Erzbischof) um erneute Belehnung nachgesucht werden.

In den Nonnberger Urkunden wird 1561 und 1572 ein Michael Vischau als Bewirtschafter eines Gutes in Meggenthal genannt. 1588 und 1592 wird dafür ein Georg Bischof bezeugt. Es handelt sich dabei wohl um den Hof beim Bischof, der unterhalb der Kirche liegt und bisher wegen seines Namens irrtümlich als Bischofsbesitz angesehen wurde. Dieser Besitz wird dem Kloster Nonnberg bis 1592 mehrfach bestätigt. 1550 bestätigte Papst Julius III. (1550-1555) dem Salzburger Nonnenkloster alle Rechte und Besitzungen, darunter „tertia parte super bonis in Meckental, sub parochia Kaier“ (Dritter Teil des Zehent über die Güter in Meggenthal, in der Pfarrei Kay).

1567 entrichtete der Meier zu Meggenthal an das Hofurbaramt und Kastenamt zu Tittmoning nur den Dienst von zwei Hennen sowie zwei Gulden und vier Pfennig. Ein Grund für diesen geringen Urbardienst war seine Tätigkeit als Lieferant von Holz zum Tittmoninger Schloß und zur Maut, das er schlagen, bearbeiten und transportieren musste. Außerdem übte er, wie seine Vorfahren, die Forstaufsicht über die großen Waldungen um Meggenthal aus.
Nachdem ein Sturmwind 1638 wütete und über hundert Bäume im Meggenthaler Forst entwurzelt hatte, wurden das Holz auf Wunsch des Pflegers Johann Matthias Ainhorn (1637-1650) für Bauarbeiten am Tittmoninger Schloß und als Holzvorrat verwendet.
Im salzburgischen Kataster von 1592 sind in Meggenthal zwei Anwesen ausgewiesen
sowie die Kirche St. Leonhard (sic) als Filialkirche von Kay. Zum salzburgischen Hofurbaramt gehörten das Meiergut mit etwa 4,5 Sölden, das Nonnbergische Bischofsgut mit 1,25 Sölden hingegen zur Graf-Törringschen Kommunherrschaft.

Im Hieronymuskataster von 1779 werden dieselben Grundherrschaften erwähnt, aber drei Anwesen aufgezählt. Eine Sölde, der „Öxl“ zu Bergham, wird darin als Zubau zum Meiergut ausgewiesen.
In einer statistischen Beschreibung um 1850 erscheint Meggenthal als Weiler mit vierzehn Einwohnern und vierzehn Gebäuden sowie der Kirche. Der Weiler Untermeggenthal kommt erst nach einer s.g. Abtrümmerung um 1840 bzw. 1852 als neue Ansiedlung in den Grundkataster. In den alten Karten um 1820 ist Fläche noch als bewaldet ausgewiesen.
Ein Feuer vernichtete am 17. Juni 1893 das neben der Kirche liegende Meier-Anwesen von Theresia und Matthias Wurm. Aus Dankbarkeit für die Verschonung von diesem Unglück stifteten die Eheleute Theresia und Johan Huber vom Bischofshof eine Votivtafel an die Muttergottes und den hl. Florian. Sie ist in der Kirche von Meggenthal aufbewahrt. Allerdings brannte das Anwesen schon 1894 erneut ab. Dabei kam der 16-jährige Dienstbube Peter Leobacher von Seeham (Österreich) zu Tode. Wie in einem Zeitungsbericht dargelegt wurde Brandstiftung vermutet.

Literatur:

Helga Reindel-Schedl (1989). Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern Heft 55 – Laufen an der Salzach die alt salzburgischen Pflegegerichte Laufen, Staufeneck, Teisendorf, Tittmoning und Waging.

Dieter George (2000).Meggenthal bei Tittmong, Filialkirche St. Pankratius der Pfarrei Kay, Wallfahrtskirche zum heiligen Leonhard, Herausgeben Stadt Tittmoning

Zeitungsbericht (1884).

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